Ober-Flörsheimer Kalender 2024

Der Heilig-Häuschen-Weg im Schnee, Frühlingszauber am Münchhof, die Fußballmannschaft in den 1950er Jahren, ein Kaffeekränzchen und Kinder in der Mühlgasse in den 1960er Jahren – das sind nur einige der Motive des Ober-Flörsheimer Kalenders für 2024.
Zur Vorstellung am Mittwoch, den 22. November lädt der Heimat- und Kulturverein alle interessierten Bürgerinnen und Bürger um 19 Uhr in die Blücherhalle ein. Bei einem gemütlichen Beisammensein mit Wein und Knabberzeug werden die Kalendermotive in einer Lichtbildschau präsentiert.
Der Kalender ist auf dem Weihnachtsmarkt am Stand des Heimat- und Kulturvereins sowie von 16-18 Uhr im Museum erhältlich. Bestellungen gerne auch unter 06735/1096 (B. Rudy) und 06735/580 (E. Nies).
S. G.-V.

Rheinhessische Spurensuche in Amerika

Am Freitag, dem 29. September 2023, berichtet Dr. Michael Werner  ab 19:30 Uhr in der Ober-Flörsheimer Blücherhalle auf Einladung des Heimat- und Kulturvereins informativ und unterhaltsam über die kulturelle Verbundenheit unserer Region mit dem Pennsylvania Dutch Country (USA). Auch die dort gesprochene Mundart, die dem Rheinhessischen sehr ähnelt, wird in Texten und Liedern zu hören sein.

Wer als Rheinhesse oder Pfälzer mehr über seine kulturellen Wurzeln erfahren möchte, sollte ins ländliche Pennsylvania reisen. Denn dort hat sich bei Nachfahren von Auswanderern aus unserem Raum in Sprache und Bräuchen über 300 Jahre erhalten, was hier teilweise längst vergessen ist. Michael Werner, Sprachwissenschaftler und Publizist, ist Herausgeber der Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ und war maßgeblich an der von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten gleichnamigen Kinodokumentation beteiligt.

Der Eintritt beträgt 5 Euro inklusive eines Begrüßungsgetränks. Karten sind an der Abendkasse sowie vorab im Rathaus bzw. bei Vorstandsmitgliedern des HuK erhältlich. Weitere Infos unter 06731-9996508 oder info@huk-ober-floersheim.de .

Nachmittagsausflug nach Gau-Odernheim

Gau-Odernheim ist das Ziel des diesjährigen Ausflugs des Heimat- und Kulturvereins Ober-Flörsheim e.V.. Er findet am Samstag, dem 23. September statt. Die Abfahrt mit Privat-PKW erfolgt um 14 Uhr vor der Blücherhalle, bitte bilden Sie Fahrgemeinschaften. Gau-Odernheim, einst freie Reichsstadt mit einer Burg, Stadtmauer mit 16 Türmen und zwei Toren, hat heute noch zahlreiche beeindruckende Bauwerke aus seiner wechselhaften Ortsgeschichte aufzuweisen. Der Lokalhistoriker Thomas Ehlenberger wird für uns in die Rolle eines mittelalterlichen Junkers schlüpfen und kundig sowie unterhaltsam durch seine Gemeinde führen. Abschließend finden wir uns zu einer gemütlichen Schlussrast zusammen. Alle Interessierten sind zu dieser kostenfreien Veranstaltung eingeladen. Anmeldungen bitte bis zum 16. September bei E. Nies (Tel. 06735-580), B. Rudy (06735-1096) oder S. Germann (06735-941607).

Mitgliederversammlung des HuK Ober-Flörsheim e.V. am 17. März 2023

Nachdem die Generalversammlung unseres Vereins für die Jahre 2020 und 2021 pandemiebedingt erst im Oktober 2022 stattfinden konnte, kehrt der HuK in diesem Jahr zu seinem regulären Rhythmus zurück. Der Vorsitzende Dr. Helmut Schmahl zeigte sich erfreut, dass rund 30 Mitglieder in die Blücherhalle gekommen waren. Zunächst gedachte man der seit der letzten Versammlung verstorbenen Mitglieder Irene Pokern Petra Kisgyörgy, Gerdi Blüm und Alfred Hahn. Anschließend blickte Schmahl auf die Aktivitäten der letzten Monate zurück.
Unser reich dekorierter Stand auf dem Weihnachtsmarkt fand wieder regen Anklang. Frikadellen und Glühwein waren bereits früh ausverkauft, nicht minder war der Ober-Flörsheimer Kalender begehrt. Auch das von Svenja Germann und ihrem Team mit viel Liebe und Mühe neu gestaltete Museum hatte an diesem Tag viele Besucher, unter ihnen einige interessierte Neubürger.
Seit der letzten Mitgliederversammlung fand eine Vorstandssitzung am 1. Februar 2023 im Rathaus statt. Für das Museum gewährte der Vorstand einen Zuschuss von 1000 Euro. Hierfür wurden mehrere Regale mit Sicherheitsglas, zwei abschließbare und beleuchtete Vitrinen sowie weitere Gegenstände angeschafft. Auch am Stabausfest der Kindertagesstätte beteiligte sich unser Verein wieder traditionsgemäß, indem er Brezeln an die teilnehmenden Mädchen und Jungen verteilte.
Nach der Vorstellung des Kassenberichtes sowie der Entlastung der bisherigen Funktionsträger erfolgte die satzungsgemäße Wahl von Vorstandsmitgliedern. Hierbei wurde der bisherige erste Vorsitzende Helmut Schmahl einstimmig für weitere drei Jahre in seinem Amt bestätigt.
Nach dem Ende des offiziellen Teil des Abends saßen die Anwesenden in gemütlicher Runde bei einem Imbiss zusammen. Die abschließende Bilderpräsentation stand unter dem Motto „Ober-Flörsheim in den 1960er Jahren“. Die Motive stammten aus dem Fotoalbum unseres im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieds Gisela Bernhard, deren Ehemann Dr. Wolfgang Bernhard fast dreißig Jahre evangelischer Pfarrer unserer Gemeinde war. Am 1. Februar hätte dieser sehr engagierte, weltoffene und allen Menschen – ungeachtet ihres Glaubens oder Nichtglaubens – zugewandte Geistliche seinen 100. Geburtstag begehen können. Während seiner Amtszeit wurden die Kirchen in Flomborn und Ober-Flörsheim grundlegend umgestaltet. Auf Initiative unseres Vereins wurde 2016 der Weg zwischen dem Neubaugebiet und der Grundschule Flomborn nach dem 1990 verstorbenen Pfarrer benannt.
Abschließend dankten die beiden Vorsitzenden Helmut Schmahl und Steffen Neef all denjenigen, die den Heimat- und Kulturverein e.V. in den vergangenen Monaten unterstützt haben.


IHRE MITHILFE WIRD ERBETEN!

Unter den auf der Mitgliederversammlung gezeigten Motiven befanden sich vier Aufnahmen, die im Januar 1963, also vor genau 60 Jahren, anlässlich der „Woche des Dorfes“ entstanden. Sie zeigen zahlreiche Ober-Flörsheimer aller Altersgruppen, die einem Vortrag in der alten Turnhalle lauschten. 

Können Sie einige der Zuhörer identifizieren? Falls ja, bitten wir um Hinweise, entweder persönlich an unsere Vorstandsmitglieder oder per E-Mail an unsere Adresse: kontakt@huk-ober-floersheim.de . 

Herzlichen Dank!

HUK spendet Stabausbrezeln

Die ev. Kindertagesstätte „Am rufenden Hahn“ feierte am 17. März 2023 das diesjährige Stabausfest. Mit diesem alten südwestdeutschen Brauch wird vielerorts zu Frühlingsbeginn der Winter „verbrannt“. Wie alljährlich spendete der Heimat- und Kulturverein e.V. (HuK) hierzu für jedes Kind der Kita eine leckere Brezel. Die Kommenturei war Ausgangspunkt für den Stabausumzug, wobei mit bunten Stabaus-Stöcken, Frühlingsliedern und einem Stabaus-Feuer der Winter vertrieben wurde. Als Symbol für den Winter wurde ein Schneemann verbrannt. Zum Abschluss der Feier sorgte der Förderverein der Kita im „alten Schulhof“ für das leibliche Wohl. Die Sicherheit der Veranstaltung lag in Händen der Feuerwehr Alzey-Land-Süd.
Text: Elvira Nies, Bilder: Maret Nies

Mitgliederversammlung HuK Ober-Flörsheim

Liebe Mitglieder,
hiermit lade ich Sie herzlich zu unserer Mitgliederversammlung für das Geschäftsjahr 2022 ein. Sie findet am Freitag, dem 17. März 2023 um 20 Uhr in der Blücherhalle statt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Genehmigung des Protokolls der letzten Mitgliederversammlung
  2. Arbeitsbericht des Vorstandes, Rückblick auf die Veranstaltungen/Aktivitäten seit der letzten Mitgliederversammlung 2022
  3. Kassenbericht der Schatzmeisterin für das Jahr 2022
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Wahl des/der ersten Vorsitzenden
  7. Vorschau auf zukünftige Veranstaltungen
  8. Verschiedenes

Nach dem offiziellen Teil gibt es auch in diesem Jahr für alle Anwesenden einen kleinen Imbiss auf Vereinskosten. Mit einem fotografischen Rundgang zum Thema „Ober-Flörsheim in den 1960er Jahren“ klingt der Abend aus.
Falls Sie Anträge zur Tagesordnung der Mitgliederversammlung und Anregungen haben, lassen Sie diese bitte mir oder einem anderen Vorstandsmitglied schnellstmöglich zukommen.
Über Ihr zahlreiches Erscheinen würde sich der Vorstand freuen!
Helmut Schmahl

3. September 2022: Nachmittagsausflug nach Mettenheim

Mettenheim war das Ziel des diesjährigen Nachmittagsausflugs des Heimat- und Kulturvereins Ober-Flörsheim e.V.. Vor dem Rathaus der Gemeinde begrüßte Hans-Jürgen Winter die Ober-Flörsheimer Gäste und zeigte ihnen zunächst den historischen Ratssaal, der heute vom Musikverein genutzt wird. In der evangelischen Kirche stießen die Grafenloge der Reichsgrafen von Wartenberg ebenso auf Bewunderung wie die Stummorgel sowie die unter der Kirche befindliche Gruft der einstigen Ortsherren. Während des weiteren Ortsrundgangs wurde deutlich, dass noch viele Elemente des 1793 zerstörten Schlosses von den Einwohnern als Baumaterial verwendet wurden. Im zweiten Teil des Rundgangs gab Lothar Schäfer eine Führung über den alten Friedhof, wobei er auf zahlreiche verschiedene Symbole und Stilelemente hinwies, die auf den Grabmälern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu finden sind. Abschließend bedankte sich Helmut Schmahl im Namen der Anwesenden bei den Führern und überreichte ein Weinpräsent. Noch lange saßen die Teilnehmer in gemütlicher Runde zusammen.

Fotos: Svenja Germann, Steffen Neef und Helmut Schmahl

23. August 2022: Vortrag anlässlich des 100. Todestags von Sebastian Walter

„Es war seine Leidenschaft, verzweifelten und armen Menschen zu helfen“. Eine solche Würdigung dürften nicht allzu viele Industrielle in Nachrufen sozialistisch orientierter Zeitungen erfahren. Dem Fabrikanten Sebastian Walter wurde diese Ehre jedoch im amerikanischen Arbeitertagblatt „Milwaukee Leader“ zuteil. Vor genau 100 Jahren, am 23. August 1922, verstarb der Pionier des amerikanischen Emaillierhandwerks in Milwaukee. Aus diesem Anlass erinnerte der Heimat- und Kulturverein Ober-Flörsheim e.V. im Rahmen eines Vortragsabends an den einst prominenten und großzügigen „reichen Onkel aus Amerika“, für den ein Ober-Flörsheimer kürzlich – in Anspielung auf einen aus Alzey stammenden Milliardär und Wohltäter seiner Heimatstadt – die recht treffende Bezeichnung „de Flerschemer Kipp“ prägte.

Untermalt durch zahlreiche Abbildungen zeichnete Dr. Helmut Schmahl das Leben Sebastian Walters nach. 1866 wanderte der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Siebzehnjährige zu Verwandten nach Milwaukee im US-Staat Wisconsin aus. Dem ehrgeizigen und geschickten Spenglergesellen bot die aufstrebende Industriestadt am Michigansee ein reiches Betätigungsfeld. Nach verschiedenen beruflichen Stationen war Walter seit 1880 für die Kieckhefer Brothers Company tätig, die Geschirr und andere Dinge aus Eisenblech herstellte. Bald wurde er Teilhaber des Unternehmens, das aufgrund seiner Mechanisierung rasch expandierte und 1890 knapp 1000 Beschäftigte hatte. Die Produktion von Emaillegeschirr erwies sich als besonders lukrativ angesichts der großen Nachfrage unter der durch Einwanderung rasch wachsenden Bevölkerung der USA. 1899 ging der Betrieb im weltgrößten eisenblechverarbeitenden Konzern auf. Walter, mittlerweile Millionär, zog sich daraufhin weitgehend aus dem Geschäftsleben zurück. Sein Interesse galt nun der Lokalpolitik. Er war über ein Jahrzehnt Mitglied des Stadtrats und als solcher mit Aufgaben wie der Überwachung der zahlreichen Saloons der Stadt, der Schulverwaltung sowie der Vorbereitung der Besuche des preußischen Prinzen Heinrich und des US-Präsidenten Theodore Roosevelt im Jahr 1902 betraut. Weiterhin unternahm Walter mit seiner Ehefrau Henrietta, Tochter sächsischer Einwanderer, mehrere Europareisen, auf denen das kinderlose Ehepaar auch Station in Ober-Flörsheim machte.

1901 weihte Sebastian Walter vor dem Rathaus seiner Heimatgemeinde ein von ihm gestiftete Denkmal für die Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 ein. In seiner Ansprache legte er dar, der Gedanke, dass er vielleicht selbst auf französischen Schlachtfeldern begraben sein könne, habe ihn bewogen, „dieses Denkmal den Kriegern, seinen Jugendkameraden, zur Ehre und der ganzen Gemeinde aus Liebe zu stiften“. Am Sockel des bis heute ortsbildprägenden Denkmals befindet sich eine Tafel, die an den Stifter erinnert. Bei einem weiteren Besuch 1910 vermachte Walter unter dem Namen „Sebastian-Walter-Stiftung“ der Gemeinde ein Kapital von 10.000 Mark. Der größte Teil – jährlich 100 Mark – war der Krankenschwesternstation des Dorfes zugedacht. Bis zu 70 Mark sollten für die Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder der „Kleinkinderschule“ verwendet werden. Weitere Beträge waren u. a. für Hilfsbedürftige, die Anschaffung von Schulbüchern, die Unterhaltung des Denkmals sowie für die Verteilung von Brezeln an die Schuljugend am Geburtstag des Stifters vorgesehen. Zum Dank ernannte die Gemeinde Walter zum Ehrenbürger.

Bei einem weiteren Deutschlandbesuch 1914 wurden die Eheleute Walter vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht. Nur mit Mühe gelang ihnen die Rückreise in die USA. Sebastian Walters letzte Lebensjahre waren von Krankheit gezeichnet. Am 23. August 1922 verstarb er im Alter von 74 Jahren. Seine Witwe überlebte ihn 20 Jahre. Ihr stattliches Grabmal auf dem Forest Home Friedhof gilt als eines der künstlerisch wertvollsten in ganz Milwaukee. Dem Historiker Brian Fette zufolge wurde es von dem aus Weinolsheim eingewanderten Bildhauer Charles Lohr geschaffen. Fette sorgte auch für einen Gruß aus Milwaukee der besonderen Art. Wenige Stunden vor der Veranstaltung erhielt der Vortragende ein Foto, das am gleichen Tag an Walters Grab aufgenommen wurde. Es zeigt Angehörige der Friedhofsverwaltung, die – wie einst in Ober-Flörsheim Sitte – mit Brezeln in der Hand an den Wohltäter erinnerten. Im Anschluss an den Vortrag präsentierte eine Anwesende eine alte Brosche, in die eine Goldmünze eingearbeitet war. Das Geldstück hatte ihre Großmutter von Walter geschenkt bekommen, als sie anlässlich eines Besuchs ein Gedicht aufsagte.

Sebastian Walters Stiftung wurde durch die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg wertlos und geriet in Vergessenheit. Heute erinnern noch das Denkmal vor dem Rathaus, der Straßenname Walterplatz, sein Geburtshaus im Saurechgässchen sowie einige Ausstellungsstücke im Heimatmuseum an den Deutschamerikaner, der trotz seines Erfolges in der amerikanischen Großstadt Milwaukee seinem Heimatdorf und dessen Bewohnern stets verbunden blieb.

Digitalisierung der Schrift „Das Ober-Flörsheimer Kriegerdenkmal und sein deutsch-amerikanischer Stifter Sebastian Walter“ (2001)
https://archive.org/details/helmut-schmahl-kriegerdenkmal-ober-floersheim-stifter-sebastian-walter-2001/mode/2up

A short biography of Sebastian Walter (in English) can be found on the website of the Max Kade Institute for German American Studies, University of Wisconsin, Madison
https://mkifriends.org/wp-content/uploads/2019/12/MKI_Winter-2018-2019_Newsletter.pdf