Ein Streifzug durch Gundheims Geschichte

Von den Kelten bis zur dörflichen Alltagskultur: Am Samstag, dem 26. September, erhielt eine zwanzigköpfige Gruppe des Heimat- und Kulturvereins Ober-Flörsheim einen abwechslungsreichen Einblick in die Geschichte Gundheims. Unter der Leitung ihres Vorsitzenden Dr. Helmut Schmahl besuchten die Teilnehmer die Wonnegau-Gemeinde, um an einem kulturgeschichtlichen Rundgang teilzunehmen.

Heimatforscher und Diakon Peter Schreiber führte die Gäste fachkundig und unterhaltsam durch den Ort. Dabei spannte er den Bogen von den keltischen Siedlern über die Römer und Franken bis zu den mittelalterlichen Orts- und Burgherren sowie den späteren Herren von Greiffenclau zu Vollrads. Im Laufe der Zeit wurde die alte Gundheimer Burg zu einem Wasserschloss ausgebaut. Auch unter der Erde hat Gundheim Geschichte zu bieten: Rund um die ehemalige Burg sind unterirdische Gänge erhalten, die laut Peter Schreiber in Kriegszeiten als Zuflucht dienten.

Besonders beeindruckt waren die Besucher von der stattlichen St.-Laurentius-Kirche. Die dreischiffige Basilika wurde nach einem Brand des Vorgängerbaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts im neugotischen Stil neu errichtet. Auch ein Bauerngehöft mit einer regionaltypischen „Kuhkapelle“ weckte das Interesse der Gruppe.

Im geräumigen und liebevoll gestalteten Heimatmuseum erhielten die Gäste Einblicke in die Vielfalt der dörflichen Geschichte. Es ist im barocken Pfalzhof untergebracht, dem ehemaligen Verwaltungssitz der Herren von Greiffenclau. Die Themen Schule und Handwerk, Religion und Kultur veranschaulichten dort die Lebenswelten früherer Generationen.

Der zweistündige Rundgang erwies sich somit als spannende Begegnung mit der Vergangenheit Gundheims.

Beim anschließenden Ausklang im Weingut Kissel am Ortsrand tauschten sich die Ober-Flörsheimer über ihre Eindrücke aus. Einig waren sie sich darin, dass Peter Schreiber ihnen die Geschichte des Ortes auf ebenso informative wie lebendige Weise nähergebracht hatte.

Bilder R. Maier