Nachtwächterführung am 20. Oktober 2018

Historisch, amüsant, spannend. Dies alles trifft auf die Nachtwächterführung des Heimat- und Kulturvereines (HuK) anläßlich der 1.250 Jahr-Feier der Gemeinde zu. Historisch, weil Nachtwächter Franz Dirigo (Dr. Helmut Schmahl) und sein Sohn Jean (Philipp Seidel) die 150 Interessierten mit auf eine Zeitreise der letzten 200 Jahre durch die Ortsstrassen nahmen. Amüsant, weil sie auf dem abendlichen Sparziergang überlieferte Geschichten aus dieser Zeit erzählten und spannend, weil es dabei auch um Mord und Totschlag ging.

So wurde Franz Dirigo am Kopf verletzt, als ihm nachts eine wütende Ehefrau den Nachttopf an die Stirn warf. Oder eine andere vermeintlich betrogene Ehefrau brannte aus Rache mit ihrem eigenen Liebhaber nach Amerika durch. Ebenso ein Mörder, der in der Weedengasse einen unschuldigen Passanten erstach und ebenfalls nach Amerika verschwand. Unterwegs trafen Vater und Sohn sehr zur Freude ihrer Begleiter interessante Personen aus dem Ortsgeschehen.

Am Bürgerhaus öffnete der preußische Husarenoberst Blücher (Dennis Neef) ein Fenster, der von hieraus 1794 gegen die Franzosen zu Felde zog und später als "Marschall Vorwärts" in die Geschichte einging. In diesem heutigen Bürgerhaus hatte er für 3 Monate sein Quartier bezogen. Der französische Besatzungssoldat Sylvain (Carsten Dieterich) stieß dazu, der eine einheimische Maid ehelichte und als Lebensretter einer in der Weed zu ertrinken drohende Wäscherin zum Helden wurde. Schließlich berichtete noch die Magd Marie (Edeltrud Böhm) von ihrem Schicksal in den damaligen unruhigen Zeiten.

Mit Unterstützung durch passende Liedbeiträge des MGV in der Münchgasse wurde die französische Revolution 1789 und ihre Auswirkungen auf das Dorf anschaulich dargestellt.

Ein besonderer Zwischenstopp war dann vor dem Rathaus. Auf dem Balkon wartete Sebastian Walter (Dieter Blüm) auf die Besucher. Er wurde im Jahre 1848 in Ober-Flörsheim geboren und wanderte als junger Mann ebenfalls nach Amerika aus. Dort kam er zu Ruhm und Reichtum als Erfinder und Fabrikant. Seine Grabstätte ist bis heute in Milwaukee erhalten. Am 30. Juni 1901 wurde in seinem Beisein das von ihm gestiftete Kriegerdenkmal auf dem nach ihm benannten Walterplatz vor dem Rathaus eingeweiht.

Mit dieser Begegnung fand ein fast 2-stündiger Rundgang mit einem gemütlichen Beisammensein in der Blücherhalle seinen Abschluss. Wie HuK-Vorsitzender Dr. Schmahl als der Initiator dieser Veranstaltung mitteilte, wolle man Vorfreude auf den Jubiläumsfestakt am 3. November bewirken, bei dem dieses historische Rollenspiel seine Fortsetzung finden wird.

Text: Wilhelm Gerlach

Einweihung einer Hinweistafel zur Geschichte der Ober-Flörsheimer Mennoniten am 20. Oktober 2018

Seit 1685, also seit über 300 Jahren, wohnen Mennoniten auf dem Münchhof in Ober-Flörsheim. Dies hat der Mennonitische Geschichtsverein zum Anlass genommen, eine Hinweistafel im Rahmen ihres Projekts „Täuferspuren – Mennoniten in Südwestdeutschland“ zu gestalten.

Die von HuK-Mitglied Friedhelm Höbel, Besitzer des Münchhofs, initiierte Tafel wird im Rahmen einer Feierstunde am Samstag, 20. Oktober um 11 Uhr in der Münchgasse 18 eingeweiht. Privatdozentin Dr. Astrid von Schlachta, Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof, wird in diesem Zusammenhang über die Geschichte der Ober-Flörsheimer Mennoniten berichten, die im 19. Jahrhundert zeitweise nach Ibersheim die zweitgrößte Gruppe dieser Glaubensgemeinschaft in Rheinhessen stellten.

Hierzu und zu einem anschließenden Umtrunk laden Friedhelm Höbel und der Mennonitische Geschichtsverein alle herzlich ein!

Ober-Flörsheimer Nachwächterführung am Samstag, den 20. Oktober 2018

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung findet die Führung erst um 19 Uhr statt. Treffpunkt ist die Blücherhalle. Informationen zur Anmeldung finden Sie unter Termine.

Infotafel für die Blücherhalle

Die vom Heimat-und Kulturverein gestiftete Infotafel wurde in der Blücherhalle angebracht.

HuK montiert Infoschilder im Neubaugebiet

Trotz strömenden Regens fanden sich mehrere Vorstandsmitglieder des Heimat- und Kulturvereins Ober-Flörsheim am 25. August im Neubaugebiet „Am Wasserriss“ ein, um eines der Projekte anlässlich des Jubiläums „1250 Jahre Ober-Flörsheim“ abzuschließen. An Straßenschilder der Deutschherrenstraße, des Blücherrings und des Friedrich-Reif-Wegs montierte der Beigeordnete der Ortsgemeinde Steffen Neef vom HuK finanzierte Hinweistafeln, die künftig Anlieger und Besucher über die Namensgeber informieren werden. Die zugehörigen Texte wurden von Elvira Nies, die das Projekt initiiert hatte, erstellt. Spontan gesellte sich ein Anwohner hinzu, der sich erfreut über diese Aktion zeigte. Bei einem anschließenden Umtrunk vor Ort dankte der HuK-Vorsitzende Dr. Helmut Schmahl allen Mitwirkenden für ihre Hilfe.

Die Deutschherrenstraße erinnert an die Niederlassung (Kommende) des Deutschen Ordens, die zwischen 1237 und 1801 in Ober-Flörsheim bestand. Der Blücherring ist dem bekannten preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht Fürst von Blücher-Wahlstatt gewidmet. Er hatte während der französischen Revolutionskriege 1794 mehrere Monate in der Kommenturei sein Quartier. Der Friedrich-Reif-Weg würdigt einen Ober-Flörsheimer Lehrer, der ein sehr produktiver Heimatforscher war und 1901 eine Ortschronik verfasste.

Text: H. Schmahl

Fotos: H. Schmahl / R. Maier

Terminankündigung für die Nachtwächterführung in Ober-Flörsheim am 20. Oktober 2018


Achtung, geänderte Anfangszeit! Die Führung startet um 19 Uhr, nicht um 18 Uhr wie auf dem Plakat angekündigt.

Exkursion entfällt!

Die ursprünglich für den 26.05.2018 geplante Exkursion zum Kloster Lorsch muss wegen Terminüberschneidungen leider abgesagt werden.
Ein Ersatztermin steht noch nicht fest, wird jedoch an dieser Stelle rechtzeitig bekannt gegeben.

Kornworm zum Jubiläumsjahr „1250 Jahre Ober-Flörsheim“

Anlässlich unseres Dorfjubiläums haben wir uns entschlossen, den „Kornworm“ wieder auferstehen zu lassen. Viele werden sich daran erinnern, dass unter diesem Namen vor knapp zwei Jahrzehnten siebzehn Ausgaben einer heimatkundlichen Bürgerzeitung erschienen sind.
Im Jubiläumsjahr sollen vier weitere „Kornwörmer“, in denen das Redaktionsteam das Leben in unserem Dorf unter die Lupe nehmen wird, erscheinen.

Kornworm Ausgabe 1/2018

Mitgliederversammlung am 14. März 2018 im neuen Blüchercafé

In der Schar der Ortsvereine ist der Heimat- und Kulturverein (HuK) zwar mit seinem Gründungsjahr 2001 das jüngste Mitglied, aber in puncto Aktivitäten ein sehr rühriges. Von insgesamt 109 Mitgliedern konnte Vorsitzender Dr. Helmut Schmahl exakt ein Drittel begrüßen, darunter auch Ortsbürgermeister Sascha Leonhardt. In seinem Grußwort dankte er dem Verein für seine lobenswerten Aktionen im Jahresverlauf, die eine Bereicherung des Ortsgeschehens darstellen.

Rückblickend zählte Schmahl fürs vergangene Jahr die Teilnahme am Stabausfest mit einer Spende von 70 Brezeln für die Kinder, am internationalen Museumstag im Mai, am Weihnachtsmarkt mit eigenem Stand, die Herausgabe des Jahreskalenders und den Bremserabend für die Helfer auf. Stolz konnte man die erste Ausgabe des „Kornworm“ präsentieren, der eigenen Vereinszeitschrift, die sich dem Thema „Ortsfassenacht in früheren Zeiten“ widmete. Demnächst werden drei weitere Ausgaben folgen.

Außerdem sei eine Gedächtnistafel über die Mennoniten in der Ortsgeschichte, mittlerweile eine nur noch schwach vertretene Religionsgemeinschaft, in Planung. Zu besonderen Anlässen halte der Verein bevorzugt sonntags das Heimatmuseum geöffnet. Neuerdings zeige auch wieder die Grundschule in Flomborn Interesse an Führungen. Ständig erfahre das Museum zusätzliche Bereicherungen durch neue Exponate.

Nach den Regularien, vorgetragen durch Schriftführer Rudolf Maier, Schatzmeisterin Brigitte Rudy und dem Bericht der Kassenprüfer Edeltrud Böhm und Dennis Neef, schaute Helmut Schmahl ins laufende Jahr. Höhepunkt des laufenden Jahres wird zweifelsohne die am 3. November mit einer Feierstunde anstehende 1250-Jahrfeier der Ortsgemeinde sein, woran man sich angemessen beteiligen will. Im Vorfeld ist eine Exkursion nach Lorsch geplant, denn in einer Schenkungsurkunde des dortigen Klosters wurde der Gemeindename erstmals im Jahr 768 urkundlich erwähnt. Für den 20. Oktober ist erneut eine Nachtwächterführung mit einer anderen Route geplant und das Häuserbuch stehe kurz vor der Vollendung. Als öffentliche Veranstaltung ist ein historischer Abend vorgesehen mit Überraschungsinterviewpartnern.
Für das Gelände um die neue Blücherhalle wolle man der Gemeinde einen Wappenstein schenken. Zusätzlich wurde für das Foyer der Halle eine Infotafel über das Leben und Wirken des Namensgebers, Generalfeldmarschall Blücher angeregt. Bezieht man noch die erforderlichen Vorstandssitzungen und die dauernden Aktivitäten mit ein, stehe der Verein und seine Mitglieder vor einem prall gefüllten Terminkalender.

Mit einer Bilderschau vorwiegend über die Exkursion nach Offstein und die viel beachtete Ausstellung über vier Konfessionen in einer Gemeinde klang die Mitgliederversammlung mit einem gemeinsamen Imbiss aus.

Text: Wilhelm Gerlach

Fotos: Steffen Neef / Rudolf Maier